Nachhaltigkeit ist ein kompliziertes, aber sehr wichtiges Thema, von dem jeder betroffen ist und bei dem sich alle Menschen engagieren sollten.

Das ist die Kernerkenntnis aus dem internationalen Jugendaustausch „Girls4Girls – changing the world“, bei dem sich zehn fünfzehn- bis sechzehnjährige Mädchen aus Deutschland mit sieben gleichaltrigen Mädchen aus Island getroffen haben. Das Evangelische Jugendwerk Bezirk Reutlingen (ejr) und die Organisation Æskulýðssamband kirkjunnar á Austurlandi (Æ.S.K.A.) haben damit eine Maßnahme in diesem Jahr auf Island fortgesetzt, die bereits 2016 in Deutschland begonnen hat.

Das Projekt, das vom 09. bis 20 August 2017 stattfand, gab den Teilnehmerinnen die Gelegenheit unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit sowohl die beeindruckende Natur Islands mit Gewinnung von Energie aus Vulkanen zu erleben als auch sich thematisch mit ökologischer, ökonomischer, politischer, sozialer und kultureller Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen.

Beginnend bei der nachhaltigen Verwendung von Rohstoffen im alltäglichen Gebrauch über das Einkaufsverhalten bis zur Nachhaltigkeit in der Politik haben die Mädchen viele Fragen gestellt und Antworten gesucht: Wo können Strom und Wasser gespart werden? Wo gibt es die Möglichkeit, Regionales zu fördern? Werden fairtrade-Produkte gekauft? Muss es die Reise in die Ferne sein oder kann auch der Urlaub in der näheren Umgebung reizvoll sein? Wie können benachteiligte Personengruppen unterstützt werden? Was ist uns wichtig für die Nachhaltigkeit in der Politik?

Auf manche Fragen gab es rasche Antworten, besonders bei den kleinen Dingen, die jeder in seinem Alltag verändern und seine Mitmenschen darauf aufmerksam machen kann: Wasser nicht unnötig laufen lassen, Lampen löschen, die gerade nicht gebraucht werden, Dokumente nur dann auf Papier ausdrucken, wenn es wirklich nötig ist, Recyclingpapier verwenden und beidseitig nutzen, regionale Waren / fairtrade-Produkte  kaufen, bei Kosmetika darauf achten, dass die Firmen keine Tiere für die Erprobung neuer Produkte nutzen, den Einkauf von Kleidung aus Firmen boykottieren, die Kinderarbeit betreiben bzw. ihre Mitarbeiter nicht fair bezahlen, usw.

Im Laufe der Maßnahme wurde von den Mädchen jedoch auch festgestellt, dass viele Fragen extrem komplex sind. Nachhaltigkeit in der Politik sollte Ökologie, Ökonomie, Kultur und Soziales berücksichtigen, doch wo gelingt das? Es gibt immer wieder Projekte, die sich darum bemühen, z.B. die Aktionen „Tübingen macht blau“ oder „Stadtradeln“ in Reutlingen. Weiter so! Daneben ist aber auch zu sehen, wie weit Deutschland, Island und ganz Europa (nicht zu sprechen von der Welt) von einer sinnvoll gelebten Nachhaltigkeit entfernt ist. Daher ist das Fazit des Jugendaustauschs: Weiter dran bleiben, Fragen stellen und Antworten suchen! Und Familie, Freunde und Bekannte auf die Thematik aufmerksam machen.

 

Die Erfahrungen und Erlebnisse der Gruppe sind in dem Internetblog https://girls4girls2016.wordpress.com/ nachzulesen.